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Service
Johannes
Schmucker
Verbundenheit bauen.
Der Ort ,
Wald, Sommer, Sonne die durch die Wipfel scheint und in
strahlender Farbe leuchtende Bilder auf den Waldboden zeichnet. Ein Specht
ist zu hören, ein Meer von Gerüchen, Rinde Tannennadeln. Die Pfade des
Waldes erzählen unterschiedlichste Geschichten, eine Lichtung, ein
Ameisenhaufen.
Mitten im Wald – eine kleine Marienkapelle, gerade so
groß dass eine Person darin sitzen kann.
Ich steige überrascht vom Rad. Betrete die Kapelle,
gehe um sie herum. An der Rückseite hängt an einem Nagel ein Besen. Ich fege
die Kapelle.
Neben der Kapelle eine große wunderschöne Buche, vor
der Kapelle zur Buche hin drei Steinstufen, ein Weg der scheinbar im nichts
endet. Ich setze mich an die Wurzeln des Baumes, lehne mich an den Baum –
eine Gefühl von tiefster Verbundenheit, ein Getragensein von Mutter Erde
durchströmt mich, ich bin völlig überrascht, gebe mich dem Gefühl voll hin.
Mein Blick fällt auf eine gerade gewachsene Eiche mir direkt gegenüber. So
sitze ich im Schoß von Mutter Erde und blicke auf die Eiche. Ich lasse die
Verbundenheit mit der Erde voll in mich hineinfließen, bis sie überläuft.
Ich stehe auf gehe zur Eiche lehne mich aufrecht stehend an sie an, ihr
Stamm ist mit Moos bewachsen. Der Baum schenkt mir klare zentrierte Kraft.
Ich schaue nach oben, die Äste der beiden Bäume berühren sich sehr zart.
Angefüllt mir Energie steige ich aufs Rad, wende mich um , verneige mich und
fahre weiter.
Irgendjemand hat die Qualität dieses Ortes erspürt, den
Hinweis aufgenommen sich die Mühe gemacht sie sichtbar zu machen. Ein
kleines Bauwerk im Dienst an diesen Ort. Es überbaut ihn nicht, es weist
darauf hin, ein liebevoller Fingerzeig.
Bauen im Dienst an dem Ort. Ihn befragen was er zu
erzählen hat, sein Wesen sichtbar machen.
Oft sind Kräfte dieser Art verschüttet, begraben unter
Schichten, überbaut. Trotzdem immer noch lesbar.
Wir Menschen geboren in die Polarität unserer
Zugehörigkeiten Natur und Kultur tun gut daran, die Brücke zwischen diesen
beiden Polen zu bauen, über den Fluß des Lebens der diese beiden Ufer
scheinbar trennt.
Den Ort (die Natur) und unsere Ahnen (die Kultur) um
Rat fragen was zu tun ist, was an Orten zu tun ist und dem zu folgen, ist
das was ich als Architekt beitragen möchte, um die Verbundenheit im
Gebauten sichtbar zu machen.
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