
In
Verbindung mit der Tiefe
Die Aufstellung des Geburtsortes
Von Christine Robert
12. März 2005
„In der ersten
Morgendämmerung, die die mit Spinifex bewachsene Wüste in ein sanftes Rot
taucht, verlassen zwei Frauen, die eine hochbetagt, aber noch kräftig und mit
vollen Brüsten, die andere hochschwanger und in den ersten Wehen, das noch
schlafende Lager. Sie lassen sich an einem geschützten Ort in der Nähe einer mit
Wasser gefüllten Felsmulde nieder. Helles, pfirsichfarbenes Licht breitet sich
über dem Rand der nächtlich-dunklen, roten Wüste aus, während die ältere Frau
eine leichte Vertiefung in die Erde gräbt und aus Spinifex-Gras ein kleines
Feuer entfacht, in das sie getrocknete Kräuter aus einem Umhängebeutel streut.
Sie weist die junge Frau an, einige Minuten über dem qualmenden Gras zu stehen,
so dass der duftende Rauch ihren nackten Körper einhüllt.
Dann führt sie sie zu
einer einsamen Akazie; dort hockt sich die junge Frau nieder, und die ältere
beginnt, ihr den Rücken mit kräftigen, kreisenden Bewegungen zu massieren. Die
kauernde Frau drückt den Rücken fest gegen den Baumstamm, um Halt zu gewinnen,
während sie presst und dem Baby hilft, den Mutterschoß zu verlassen. Der Baum
überträgt einen Energiestrom auf das Rückgrat der Mutter – die Erde schenkt
gebärende Kraft. Mit starken, wettergegerbten Händen scharrt die alte Frau
zwischen den Beinen der Gebärenden eine Vertiefung in die Erde, die als irdene
Auffangschale für das Neugeborene dienen soll. ...
Dieser Fleck Erde ist
der Geburtsort des Kindes, und er wird sein Wesen und seine rituellen Pflichten
gegenüber dem umgebenden Land zeit seines Lebens prägen.“
(aus: Robert Lawlor, Am
Anfang war der Traum, Die Kulturgeschichte der Aborigines, Droemer Knaur, 1993)
Zurück am Ort meiner Geburt
Beim Lesen der oben
zitierten Passage erfasste mich eine unbestimmte, starke innere Aufregung, und
etwas in mir nahm Verbindung auf zu dem Platz, an dem ich geboren wurde.
Wenige Wochen später, im
Winter 2003, bot sich mir die Gelegenheit, diesen Ort aufzusuchen. Etwas ziellos
lief ich auf dem weitläufigen Gelände des Krankenhauskomplexes umher, ohne
irgendeine Resonanz oder Echo in meinem Körper zu spüren. Es stellte sich
heraus, dass das alte Haus mit der Geburtsstation mehreren großen Gebäuden
gewichen war. Ich wollte schon aufgeben, beschloss dann jedoch, eines dieser
wenig einladenden Gebäude zu betreten und stand im schmucklos eintönigen Foyer
der Geriatrischen Psychiatrie. Es war menschenleer, die Atmosphäre trostlos und
steril. Was ich dann dort jedoch erlebte, und zwar auf einer körperlich deutlich
fühlbaren Ebene, war erstaunlich: mein Körper wusste plötzlich genau, wo
die Stelle gewesen sein muss, an der ich geboren wurde, ich ging dort hin und
hockte mich auf die Erde. Eine große, ruhige Kraft durchströmte meinen Körper
und gab mir das Empfinden, mit einer ursprünglichen Kraftquelle in Verbindung zu
sein. Es war, als würde mein ganzes Wesen auf natürliche, unspektakuläre Weise
in Ordnung kommen und sich dieser Ordnung erinnern. Ich empfand eine tiefe
Freude, ungeachtet der mich unangenehm berührenden Atmosphäre des Ortes in
seiner heutigen Gestalt. Ich war von Dankbarkeit erfüllt über das Geschenk, den
Ort, oder vielmehr seine Kraft, durch seine gegenwärtige Oberfläche hindurch
wieder zu erkennen. Ebenso hatte ich das deutliche Gefühl, dass auch ich von
dieser Kraft „erkannt“ wurde, der Ort schien auf mich zu „antworten“.
Es war diese Wahrnehmung einer gegenseitigen Beziehung, die mich
im Nachhinein am stärksten bewegte.
Nach einiger Zeit, die ich
in einem Zustand stillen Glücks verbrachte, verließ ich das Gebäude. Hinter dem
Haus erblickte ich eine Wiese mit einem Baum. Meine Mutter hatte mir erst
kürzlich erzählt, dass zur selben Zeit wie sie mich, neben ihr eine Zigeunerin
ihr Kind zur Welt brachte. Nach der Geburt hatte die Zigeunerin das Kind
genommen und war mit ihm nach draußen zu einer Wiese gegangen, auf der ein Baum
stand. Dort wurde die Ankunft des Kindes auf dieser Erde von der ganzen
Zigeunergruppe mit Musik und Tanz gefeiert. (Ohne von dieser Begebenheit gewusst
zu haben, liebe ich Zigeunermusik seit der ersten bewussten Berührung mit ihr).
Die erste Nacht im Leben ihres Kindes verbrachte die Mutter mit ihm im Freien
unter dem Baum (zum Schrecken und Ärger der Ärzte und des Pflegepersonals).
Als ich jetzt dort stand,
wusste ich nicht, ob dies derselbe Baum war, aber er ließ mich den Bericht
meiner Mutter erinnern, und der Beginn meines Lebens und zugleich die Geschichte
dieses Ortes wurden dadurch in meinem Bewusstsein lebendiger und reicher.
Weiter oberhalb, den Hügel
hinauf und zur Grundstücksgrenze des Krankenhausgeländes hin, sah ich den Saum
eines Waldes. In mir tauchten Erinnerungsbilder auf an den großen, lichten
Mischwald in der Nähe, den ich in meiner Kindheit so geliebt, und den ich
besucht hatte, wann immer ich in den Ferien zu Besuch war. Meine Streifzüge und
Erfahrungen in diesem Wald prägen bis heute meine Sinne, mein Gefühl und mein
Bild davon, was Wald und was Bäume sind.
In den folgenden Tagen
begann ich zu spüren, dass mir über das Geschenk der genauen Stelle, an der ich
geboren wurde, und unabhängig davon, wie dieser Platz heute aussieht und genutzt
wird, die Verbindung mit einer grundlegenden Kraftressource offenbart worden
war - eine Kraftquelle, die, so begann ich zu ahnen, den Beginn jedes Lebens
auf besondere Weise begleitet und prägt, und die ebenso auch Wesen,
Eigenschaften und Farben der jeweiligen Landschaft in sich birgt und
vermittelt.
Die Aufstellung des Geburtsplatzes
Einige Wochen später trafen
Berchthold Wasser (Schweiz), Chrisjan Leermakers (Holland) und ich in der Nähe
von Basel zusammen, um die erste Tagung zum Thema „Naturaufstellungen“
vorzubereiten.
Wir waren uns beim „Open
Space“ während des Internationalen Kongresses zur Systemischen
Aufstellungsarbeit „Leidenschaft und Verantwortung“ 2003 in Würzburg begegnet
und stellten dort fest, dass wir ähnliche Fragestellungen in bezug auf den
Zusammenhang von Aufstellungsarbeit und Natur hatten. Wir kannten uns vorher
nicht, und dies war das erste Treffen, an dem wir gemeinsam arbeiten wollten.
Es ging zunächst darum,
unseren jeweiligen Erfahrungshintergrund auszutauschen. Mein Bericht über die
oben beschriebenen Erlebnisse an meinem Geburtsplatz trafen auf eine ähnlich
starke Erfahrung, die Berchthold Wasser (siehe sein Bericht über
Geburtsortsaufstellungen) während einer Familienaufstellung als Stellvertreter
eines Jungen deutscher Eltern gemacht hatte, der in einem Dorf in der Schweiz
geboren worden war.
Als Ergebnis unserer
Gespräche wurde während eines gemeinsamen Spazierganges auf einer Bergkuppe
oberhalb von Steinen, die uns einen weiten Horizont und Ausblick auf die
Umgebung eröffnete, in der Nähe eines Walnussbaumes, die Geburtsortsaufstellung
„geboren“. Ich erwähne dies, weil in unserer Wahrnehmung die Landschaft mit
ihrer Atmosphäre und ihrer starken Präsenz unsere Arbeit sehr befruchtete und
auf eine geheimnisvolle Weise Teil davon geworden ist.
Sozusagen im „Selbstversuch“
stellten wir für unsere Geburt jeweils einen Stellvertreter für den
Geburtsplatz, für die Seele der Person und für ihre Lebenskraft auf und stellten
uns dann selber hinzu (wir hatten noch unsere Gastgeberin dazu gebeten, sodass
wir nun zu viert arbeiten konnten). Dann überließen wir uns und die
Stellvertreter von Seele, Lebenskraft und Geburtsplatz den inneren Bewegungen –
es gab, schon aus „Personalmangel“, niemanden, der die Aufstellung leitete oder
begleitete.
Alle drei
Geburtsplatzaufstellungen, die wir durchführten, verliefen auf je individuell
verschiedene Weise. Es gab jedoch eine auffallend deutliche Übereinstimmung: es
war sehr eindrücklich und berührend, zu erleben, wie stark und ruhig der
Geburtsplatz in jeder Aufstellung der manchmal weit an der Peripherie
„flatternden“ Seele Ankerplatz und Zuflucht sein konnte. Immer fand schließlich
das Zusammenkommen und die Integration von Seele, Lebenskraft und Person „unter
den Fittichen“ des Geburtsplatzes statt. Wir erfuhren den Geburtsplatz als eine
zuverlässige, starke Kraft und fühlten in seiner Stellvertreterposition jedes
Mal sein geduldiges, einladendes Warten in der ruhigen und sicheren Gewissheit
eines guten Ausgangs.
Seither ist der Geburtsplatz
für mich noch deutlicher zu einem verbindenden, integrierenden Tor geworden,
einer sehr kraftvollen und kraftgebenden Schwelle auf dem Weg ins physische
Leben - auch ein Ort der Initiation. Wir haben bei vielen Gelegenheiten
Geburtsortsaufstellungen begleitet und beinahe jedes Mal seine wohltuende Kraft
erfahren. So habe ich auch festgestellt, dass in manchen Situationen, in denen
Aufstellende von Angst verunsichert sind, eine Geburtsortsaufstellung den
sicheren Boden geben kann, um dann gestärkt weiter zu gehen.
Am Tag nach meiner
Geburtsortsaufstellung wachte ich mit Schmerzen im Beckenbodenbereich auf, die
sich anfühlten, als rührten sie von einem starken Stoß her. Sie blieben eine
ganze Weile und verwandelten sich dann in eine physische Empfindung, als würde
der Beckenboden „umgebaut“. Diese Empfindung begleitete mich für mehrere Wochen,
und mir dämmerte ein Zusammenhang mit der Aufstellung meines Geburtsortes: am
Beckenboden befindet sich das erste Chakra, das mit der existenziellen Ebene des
physischen Lebens und allen damit im Zusammenhang stehenden Themen verbunden
ist. Seither spüre ich eine wachsende Gewissheit, auf selbstverständlichere
Weise und tiefer im physischen Leben verankert zu sein (ohne mich für
diese Verankerung so sehr anstrengen zu müssen) – oder genauer, ich fühle mich
selbstverständlicher mit dem Leben in meinem Leben, mit dem Leben
in den Dingen und in den Ereignissen verbunden. Zur selben Zeit befinde ich mich
in einer Phase des Loslassens und Lösens von bisherigen Grundlagen meines Lebens
auf ganz existentiellen Ebenen, einer Phase von einschneidenden Veränderungen
auf vielen Ebenen gleichzeitig. Grundlegende Fragen des Lebens tauchen erneut
auf: um was geht es in meinem Leben? Was ist meine Aufgabe, in welchem
Zusammenhang und wie stelle ich mich ihr? Auch die Frage nach meiner Beziehung
zu ‚Orten’, zur ‚Umgebung’ und zu den Dingen (auch den alltäglichen) des Lebens
stellt sich neu. Hier empfinde ich die Wiederbegegnung mit dem Geburtsplatz, die
Erfahrung und das neu gewonnene Bewusstsein seiner (auch wegweisenden) Kraft als
tragenden Grund und eine zuverlässige Verbindung mit dem Leben.
Die Begegnung mit der „Tiefe“
Einige Tage nach unseren
ersten Geburtsortsaufstellungen ging ich in Regensburg über die alte Steinerne
Brücke, die von der Altstadt her über die Donau führt. Das Wetter lud nicht ein,
draußen zu verweilen, Regen ging über in Hagel und Eisregen, es war kalt, und es
ging ein scharfer Wind. Dennoch blieb ich, einem plötzlichen Impuls folgend,
mitten auf der Brücke stehen. Als Tänzerin und Körper- und Bewegungstherapeutin
habe ich mich seit vielen Jahren immer wieder an verschiedenen Orten bewegt,
Orte in der Stadt - auf Plätzen, in Häusern, Kirchen, Parks und Gärten und an
Orten in der Natur – am Meer, an Flüssen, Waldrändern, in der Umgebung alter
Bäume, auf Bergen und an ihrem Fuß. Manchmal ist es auch ein einfacher Feldweg
am Ausgang eines Dorfes. In diesen Begegnungen mit Orten ist mein Körper, sind
meine Bewegungen das Gefäß, durch das ich wahrnehme, einen Ort „lese“, ihm
zuhöre, mich von ihm berühren lasse und mit ihm in Kontakt trete. Es ist immer
wieder eindrücklich, zu erleben, wie in dieser Begegnung auch der Ort antwortet
und am eigenen Leib zu erfahren: wir sind nicht allein „dort draußen“! Öffne ich
mich – ganz körperlich, zum Beispiel durch die Art, wie ich die Füße auf die
Erde setze oder mit den Händen den Raum berühre – für diese Tatsache, beginnt
eine Kommunikation, eine wechselseitige Beziehung mit den Kräften von Orten, die
nährt und nicht nur mich verändert, sondern spürbar auch die Atmosphäre des
Ortes.
Als ich also jetzt in der
Unwirtlichkeit eines stürmischen Wintertages auf der Steinernen Brücke über der
Donau stand, spürte ich die gleiche starke Kraft, der ich bereits am Ort meiner
Geburt begegnet war – sie begann, meinen Körper zu durchströmen, und mir wurde
warm. Diesmal schien mir, als käme sie aus großer Tiefe. Was dann folgte,
erlebte ich als eine Initiation in das, was ich mit „Tiefe“ vielleicht am
treffendsten beschreiben kann: die Tiefe als eine physische Dimension, die tief
in die Erde hinabreicht. Die Tiefe als die vielen Schichtungen des Gewesenen,
das, was uns und allem, was jetzt ist, vorangegangen ist. Die Tiefe, die von
diesen Schichtungen durchdrungen ist, das ganze Wissen des Gewesenen in sich
birgt und auch dessen Schrecken auf gute Weise aufhebt - und Tiefe, die von
all dem unberührt, unverändert und unbegrenzt bleibt: Tiefe als Ursprüngliche
Kraft oder Ur-Kraft jenseits von Geburt und Tod - Tiefe, von der ich Teil, und
aus der ich hervorgegangen bin. Hier, auf der Steinernen Brücke, erfuhr ich die
Tiefe so buchstäblich und präsent wie nie zuvor, wie essentielle Nahrung, wie
den Beginn einer zweiten Geburt. Durchnässt und glücklich verließ ich die
Brücke.
Wie bin ich in Beziehung zu diesen Welten?
“Wie bin ich in Beziehung zu
diesen Welten?“ Das war der Untertitel für die beiden Tagungen zu
Experimentellen Naturaufstellungen, die wir 2004 organisiert und durchgeführt
haben. Es ist eine Frage, die mich immer wieder zur Geburtsortsaufstellung,
ihrem Potential und ihren Konsequenzen zurückbringt. Während einer solchen
Aufstellung werden die Aufstellenden von der sicheren und stärkenden Kraft des
Geburtsortes, der Erde, in Empfang genommen und erleben dies oft als deutlich
unterstützende und integrierend ordnende Bewegung.
Wenn wir beginnen, die
Wiederbegegnung mit dieser Qualität des Geburtsplatzes in einer
Geburtsortsaufstellung auch als eine wegweisende Initiation zu sehen, führt uns
das in eine Richtung, die in der eingangs zitierten Textstelle am Schluss
deutlich wird:
„...Dieser Fleck Erde ist
der Geburtsort des Kindes und wird sein Wesen und seine rituellen Pflichten
gegenüber dem umgebenden Land zeit seines Lebens prägen.“
Von einem solchen
Bewusstsein und auch von der den Aborigines selbstverständlichen Haltung dem
Land gegenüber sind wir heute weit entfernt, und wir können nicht einfach dahin
zurück. Dennoch: bereits bei meiner ersten Wiederbegegnung mit dem Ort meiner
Geburt, später in der Geburtsortsaufstellung und schließlich ganz deutlich auf
der Steinernen Brücke über die Donau, begann sich zugleich mit dem Geschenk der
bewussten Begegnung mit dieser Kraft die Ahnung einer damit verbundenen Aufgabe
zu formen, und ein Bedürfnis nach Würdigung meines Geburtsortes und seiner
Kraft, das Bedürfnis nach Kommunikation und Dank für das erhaltene Geschenk
wurden in mir wach.
Wenn wir beginnen, die Kraft zu nehmen...
In einigen wenigen
Aufstellungen haben wir inzwischen auch erlebt, wie manchmal Aufstellende die
Kraft des Geburtsortes (noch) nicht nehmen können, wenn mit diesen Orten sehr
belastende Ereignisse oder Verhältnisse verbunden sind, obwohl – und das scheint
mir sehr wichtig – die Stellvertreter des Geburtsplatzes, von der Belastung
unberührt, sich ungebrochen als Kraftressource zur Verfügung stellten, dann
jedoch, im Erleben, nicht gesehen und gewürdigt zu werden, deprimiert
zurückzogen. (siehe Bericht von Berchthold Wasser)
Aus der Familienaufstellung
kennen wir die schwächende Wirkung auf das Leben von Menschen und deren
Eltern, wenn jene ihre Eltern nicht nehmen können und damit von einem großen
Teil deren Leben spendender Kraft abgeschnitten bleiben. Auch die Eltern bleiben
dann oft geschwächt und deprimiert im Erleben, dass ihre Kraft von den Kindern
nicht genommen wurde.
In meiner Erfahrung am Ort
meiner Geburt ebenso, wie in den Geburtsortsaufstellungen, die wir bisher
begleitet haben, ist deutlich geworden, dass zu unserer Geburt neben den Eltern,
als wesentliche Kraft des Lebens auch der Geburtsplatz gehört, der uns über
unsere menschliche Familie hinaus mit den Kräften und der Geschichte der
Landschaft, des Landes und mit der Urkraft der Erde verbindet. Nehmen wir diese
Kraft nicht, bleiben wir von einer wesentlichen Quelle des Lebens zumindest
entfremdet. Wie wir in solchen Aufstellungen sahen, kann auch die Kraft des
Geburtsortes, wenn sie nicht genommen und gewürdigt wird, nicht wirksam werden,
ihr Potential wird nicht genutzt und liegt brach.
Berchthold Wasser schreibt
in seinem Bericht den Satz: „Unsere Wurzeln reichen tiefer“. Mit dieser Urkraft
in einer Geburtsortsaufstellung wieder in Berührung zu kommen, sie zu erfahren
und zu würdigen, kann durch dieses Erleben am eigenen Leib einen Kanal öffnen
für eine wechselseitige Kommunikation und Beziehung mit den Größeren,
Grundlegenden Kräften des Lebens.
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